Alter Friedhof von Rüggeberg an der Hesterberger Straße mit Blick auf die Kirche

N 51 15.980, E 7 23.108

Der alte Rüggeberger Friedhof von 1636/1656/1798

Warum 1636/1656/1798?

Der älteste Grabstein war von 1636 für die Eheleute Christopherus und Margreta zur Borg (=Burg). Dieser war 1981, nach der Konservierung und Restaurierung, leider nicht mehr vorhanden und ist auf dem Lageplan der Stadt Ennepetal von 1981 nicht mehr verzeichnet. Auf dem Plan von Robert Brockhaus, dem ersten Vorsitzenden des Heimatverein Rüggeberg, von 1950, ist er unter Nr. 4 noch vorhanden. In der Aufnahme von 1981 ist der Grabstein unter Nummer 13 von 1663 der älteste vorhandene Stein. Neuere Erkenntnisse von Wilfried G. Vogt erschienen in den Beiträgen zur Heimatkunde in Schwelm 1999 weisen aber nach, dass die Jahreszahl 1636 falsch gelesen wurde. Laut Schwelmer Totenbuch starb Margreta zur Borg nachweislich erst im Juni 1656. Im Jahre 1933 hat selbst W. Claas (Regierungsbaumeister und Mitbegründer des Freilichtmuseums im Mäckinger Bachtal) die Jahreszahl nicht mehr richtig entziffern können, er las 1638. Dies zeigt, dass bereits 1933 das Sterbejahr stark verschliffen war. Laut Brockhaus war die Inschrift:

„DEN IST DER EHRBAR UND FROMER CHRISTOPHERUS ZUR BORG SELIG IM HERRN ENTSCHLAFEN sowie ANNO 1636 DEN 21 MAY IST DIE EHR UND TUGENDSAME MARGRETA ZUR BORG SELIG IM HERRN ENTSCHLAFEN“

Besonderheiten gibt es bei den Steinen 2 und 5. der Stein 2 ist der jüngste Stein, aus dem Jahr 1882, 40 Jahre nachdem der neue Rüggeberger Friedhof (1842) eingeweiht wurde. Wahrscheinlich wurde das Grab bereits vor Anlage des neuen Friedhofs gekauft. Bei Stein 5 gibt es Unterschiede zwischen der Aufzeichnung von Brockhaus und Hirschberg. Brockhaus schreibt Tillmann obwohl, wie bei Hirschberg, eindeutig auf der Vorderseite Tileman steht, auf der Rückseite Tilman. Evtl. ist dies auf die Restaurierung 1981 zurückzuführen.

Erst im Jahr 1798, mit der Gründung der Evangelischen Kirchengemeinde Rüggeberg, schenkte Susanna Hesterberg geborene Wellenbeck (1725 - 1803) der jungen Kirchengemeinde das Grundstück des alten Friedhofs. Dies bedeutet, dass von 1636 bis 1798, also mindestens 162 Jahre lang die umliegenden Bauernschaften ihre Toten auf einem Privatgrundstück bestattet haben.

Die Bilder wurden im Jahre 2015 vom Heimatverein Rüggeberg gemacht. Die Informationen sind zurückzuführen auf einen Bericht des ehemaligen Vorsitzenden des Heimatvereins Rüggeberg Robert Brockhaus aus der Zeitung vom 29./30. Oktober 1966. Der Bericht ist im Archiv der Stadt Ennepetal zu finden. Weitere Informationen wurden dem Bericht von Hermann Hirschberg über den alten Friedhof aus dem Heft 45 des Vereins für Heimatkunde Schwelm 1996 entnommen.

Hier beide Lagepläne nebeneinander zum Vergleich:

Robert Brockhaus, 1950 Stadt Ennepetal, 1981

Wir nutzen nur die aktuelle (rechte) Version von 1981.

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